Nicht vergessen: Der Freistellungsauftrag

Eigentlich ist es ja schon wieder zwei Tage zu spät für diesen Post, denn das neue Jahr hat schon wieder begonnen…

Aber das Thema ist eben doch ziemlich wichtig, vor allem wenn man mal ein paar Euros an Zinsen erwirtschaften konnte. Denn darum geht es, die mühsam ersparten Zinsen so gut es eben geht vor unserem geliebten Fiskus zu retten.

Was passiert also wenn ich keinen Freistellungsauftrag gegeben habe und Zinsen, sagen wir, von einem Tagesgeldkonto bekomme? Kurz gesagt: Ich bekomme weniger Zinsen als erwartet, denn es werden automatisch seit 2009 die sogenannte Abgeltungsteuer, sowie der Solidaritätszuschlag und eine eventuelle Kirchensteuer abgezogen. Das sind insgesamt, je nach Wohnort und individueller Situation zwischen 26,375 und 27,9951 %, also über ein Viertel meiner Zinsen (Nähere Infos dazu bei Wikipedia).

Aber zumindest ein klein wenig kann man diesem Umstand als Normalbürger entgegenwirken, allerdings muss man dafür auch selbst aktiv werden. Was man braucht:

  • Die eigene Steuer ID (Die gab es ab 2008 mal als nette Nachricht im Briefkasten)
  • Das Wissen ob man verheiratet ist oder nicht

Bei vielen Banken kann man mit diesen Infos ohne Probleme online einen Freistellungsauftrag einreichen. Dieser Auftrag teilt der Bank nichts anderes mit, als das ein bestimmter Zinsertrag nicht durch oben genannte Steuern belastet wird. Natürlich geht das nur bis zu einem bestimmten Betrag, bei Ledigen steht dieser aktuell bei 801 EUR, Verheiratete dürfen bis zu 1602 EUR an Zinsen bekommen ohne zur Kasse gebeten zu werden. Auch wenn man, wie auch ich, lange nicht an diese Grenzen heran kommt, sollte man nicht versäumen den Freistellungsauftrag einzureichen. Wer verschenkt schon gerne unnötig Geld?

Übrigens kann der Freistellungsauftrag auch aufgeteilt werden. Habe ich also mehrere Konten bei verschiedenen Banken, so kann ich bei jeder Bank einen Freistellungsauftrag einreichen. Wichtig ist nur, das die Gesamtsumme nicht den Freibetrag überschreitet. Ich gebe also Bank 1 einen Auftrag über 500 EUR und Bank 2 einen Auftrag über 301 EUR, weil ich dort weniger Zinsen erwarte, macht zusammen 801 EUR (ja ich bin immer noch ledig :-) ). Im Bestfall, also wenn ich sehr viele Zinsen bekomme, spare ich somit immerhin knapp über 224 EUR, die nicht als Steuer abgezogen werden.

Und für alle Leser die sich nun ärgern keinen Freistellungsauftrag für 2011 abgegeben zu haben sei noch eines gesagt. Alternativ kann man sich die zu viel gezahlten Steuern natürlich auch wieder über seine Steuererklärung zurück holen. Der Freistellungsauftrag ist allerdings meiner Meinung nach eine wesentliche Erleichterung.

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